nach oben

„Der Nutzen für den Anwender muss einfach, klar und verständlich sein”

Gepostet in News1 Jahr alt • Geschrieben von Manuel StengerKeine Kommentare

Fritz Ramberger ist Business Director bei Oberthur Technologies und wird den “Payment Gipfel” auf der etailment WIEN Konferenz vom 23. bis 25. Februar 2015 mit seinem Wissen bereichern. Das Event im Austria Trend Hotel Savoyen informiert die Teilnehmer über aktuelle Trends sowie zukünftige Entwicklungen im E-Commerce. Im Interview mit etailment.at spricht Ramberger über die Geschäftstätigkeiten von Oberthur Technologies, in welcher Form die Menschen seiner Einschätzung nach im Jahr 2020 bezahlen werden und auf welche Inhalte Ramberger während der Diskussion besonders eingehen will.

Ramberger_700

Fritz Ramberger, Business Director bei Oberthur Technologies: “Sicherheit ist traditionell eines der Kernthemen von Oberthur. Im Bereich der Smartphones gibt es dazu gemeinsame Entwicklungen mit führenden Herstellern von Smartphones, bei denen die dazu notwendigen Bausteine in der Hardware als „Secure Elements“ definiert und implementiert werden.”

etailment.at: Oberthur deckt in der Welt des Bezahlens eine breite Produktpalette ab. Bitte geben Sie unseren Lesern einen kurzen Überblick, welche Leistungen Oberthur im Geschäftsfeld Payment anbietet.

Fritz Ramberger: Im bargeldlosen Zahlungsverkehr hat Oberthur sich von einem traditionellen Kartenhersteller zu einem Technologieanbieter entwickelt, welcher vor allem rund um das Smartphone gemäß stetiger Steigerung der weltweiten mobility Anforderungen gemeinsam mit Banken, Technologieunternehmen und Zahlungsverkehrsanbietern entsprechende Lösungen entwickelt und zum Einsatz bringt.

etailment.at: Die technischen Geräte für das Bezahlen mittels Near Field Communication (NFC) sind bereits vorhanden, die Nutzung dessen noch vergleichsweise gering. Welcher Mehrwert muss den Kunden ihrer Meinung nach geboten werden, um NFC massentauglich zu machen?

Fritz Ramberger: Es hat sich immer gezeigt, dass Technologie alleine niemals ausreicht, die Benutzung umfassend voranzutreiben. Nur wenn es einen Nutzen für den Anwender gibt, der einfach, klar und verständlich ist, dann wird es von der jeweiligen Zielgruppe auch akzeptiert und geschätzt – mein bestes Beispiel dazu ist das mobile Handyparken, welches sich innerhalb von drei Jahren massiv verbreitet hat und heute nicht mehr verzichtbar ist.

etailment.at: Welche Lösungsansätze bietet Oberthur Technologies diesbezüglich an und wie unterscheiden sich diese von anderen Unternehmen?

Fritz Ramberger: Seit nunmehr fünf Jahren hat Oberthur eine eigene, weltweit tätige Geschäftssparte „Solutions“ eingerichtet. Experten stehen als Berater der jeweiligen Kundengruppe zur Seite und definieren gemeinsam die notwendigen Komponenten für eine erfolgreiche Einführung von m-Solutions (mobility solutions).

Dabei sind die eigentlichen Anwendungsfelder weit gespannt – von performanten und kostengünstigen, weltweiten Zahlungsüberweisungen auf Basis von globalen Telekom-Netzen, über Cloud Security Lösungen, bis zu hochsicheren „Machine-to-machine“ Lösungen für die Kfz-Industrie.

etailment.at: Oberthur ermöglicht nicht nur das Bezahlen mit dem Handy, sondern macht das Smartphone auch zum Aufbewahrungsort für Ausweise, Kundenkarten etc. Mit welchen Lösungen garantiert Oberthur die Sicherheit der Daten des Users?

Fritz Ramberger: Sicherheit ist traditionell eines der Kernthemen von Oberthur. Im Bereich der Smartphones gibt es dazu gemeinsame Entwicklungen mit führenden Herstellern von Smartphones, bei denen die dazu notwendigen Bausteine in der Hardware als „Secure Elements“ definiert und implementiert werden. Dadurch kann dann sichergestellt werden, dass es eine jeweils einzigartige und hochsichere Einrichtung gibt, auf die die Anwendungssoftware entsprechend zugreift und die jeweiligen Funktionen in einer für den Handynutzer (=Konsument) einzigartigen Art verfügbar macht.

etailment.at: Oberthur ist ein französisches Unternehmen. Wenn Sie den französischen mit dem österreichischen Markt vergleichen: Welche wesentlichen Unterschiede hinsichtlich Payment beobachten Sie in den beiden Märkten?

Fritz Ramberger: Beide Märkte haben ähnliche Strukturen in der Zusammenarbeit zwischen den Banken und Zahlungsverkehrsdienstleistern (zum Beispiel vgl. wie Cartes Bankcaires (CB) und Payment Services Austria (PSA)). Die jeweiligen Angebote für die Konsumenten sind natürlich auch sehr ähnlich. Trotzdem – schon auf Grund der Größenordnung  gibt es Unterschiede. Hier das kleine, schnelle Land welches in der Vergangenheit immer führend bei Innovationen war – Beispiel die Chipkarteneinführung und elektronische Geldbörse QUICK – dort die grossen Strukturen in denen sich Banken, Handelsketten, Öffentlicher Nahverkehr und Telekom-Operatoren mit vergleichbar riesigen Investitionsvolumen im „Wettbewerb um den Endkunden“ messen.

etailment.at: Die etailment WIEN Konferenz wird vom 23. bis 25. Februar 2015 das erste Mal stattfinden. Mit welchen persönlichen Erwartungen an die Konferenz nehmen Sie am Event teil?

Fritz Ramberger: Für mich persönlich ist diese Konferenz eine ausgezeichnete Gelegenheit, nach mehrjähriger Absenz vom österreichischen Markt, Überblick zu den aktuellen Themen zu gewinnen. Besonders interessant wird es für mich natürlich sein, wie sich die Schwerpunkte darstellen und bis zum nächsten Jahr in konkrete Vorhaben umsetzten lassen.

etailment.at: Sie werden auf der etailment WIEN Konferenz am „Payment Gipfel“ teilnehmen. Auf welche Inhalte wollen Sie während der Paneldiskussion besonders eingehen?

Fritz Ramberger: Ich möchte zwei Dinge in den Vordergrund stellen  –  erstens: „Bargeld ist Steinzeit“ als ehemaliges Marketing Motto von Visa Österreich sollte zur Zeit auf Grund der schwierigen wirtschaftlichen Lage in Europa noch mehr an Bedeutung gewonnen haben. Wie können wir in Österreich diese Richtung konsequenter und erfolgreicher verfolgen? Und zweitens – wie können wir es dem Endkunden noch bequemer und einfacher machen, neue Technologien zu akzeptieren und zu nutzen?

etailment.at: Wenn Sie sich das bisherige Programm der etailment WIEN Konferenz ansehen, auf welche Programmpunkte freuen Sie sich besonders?

Fritz Ramberger: Neben der Eröffnungsrunde zu Beginn der Konferenz freue ich mich auf den „Payment Gipfel“ – und natürlich auf die vielen Möglichkeiten zum informellen Kennenlernen und Informationsaustausch.

etailment.at: In welchen heute noch unerschlossenen Bereichen würde kontaktloses Bezahlen ebenfalls Sinn machen? Welche möglichen Anwendungsfelder sehen Sie hier?

Fritz Ramberger: Neben den klassischen Themen wie Ticketing, Verkehrsleitsystem und Zugangssteuerungen aller Art gibt es noch ein übergreifendes Thema – derzeit gibt es noch keinen wirklich integrativen Ansatz zwischen Internet Anwendungen am Smartphone oder PC beim Zahlen mit einer Karte als „externen Identifikations-Token“ für den Konsumenten. Hier würde es sich anbieten, sowohl die Sicherheit bei „card not present“ Transaktionen zu erhöhen als auch die Benutzerfreundlichkeit und Einfachheit bei der rascheren Durchführung – Vermeindung von händischen Dateneingaben und permanente Nutzung von statischen Sicherheitscodes sind sicher verbesserbar.

Dazu wird zum Beispiel von Oberthur eine „Dynamic CVV“ Lösung hergestellt, wobei durch einen sich ständig ändernden CVV Code die Sicherheit von online Transaktionen erheblich verbessert wird.

etailment.at: Eine Prognose für die Zukunft: Wie denken Sie, werden Menschen im Jahr 2020 bezahlen? Beziehungsweise wie wird sich der Bezahlvorgang im Unterschied zu heute verändert haben?

Fritz Ramberger: Die heutigen Bezahlungsarten wird es genau so auch in Zukunft geben. Ich habe bisher nur ganz selten gesehen, dass Zahlungsarten verschwunden sind, wie zum Beispiel der Scheck im Inland. Es wird jedoch zu erwarten sein, dass die bargeldlosen Transaktionen mengen- und wertmäßig erhebliche Zuwachsraten zeigen, das Bargeld im Umlauf etwas abnehmen wird, und neue Technologien – welche heute bereits in Erprobung sind, wie zum Beispiel biometrische Identifikationen – zu einer Steigerung der Effizienz und Sicherheit beitragen werden. Dadurch, und durch die umfassende Verwendung von Smartphones wird es ganz normal werden, unabhängig von Ort, Zeit und Geschäftsvorgang äußerst einfach und rasch eine Abwicklung in sicherer und transparenter Art und Weise verfügbar zu haben.

Die kommenden Generationen werden diese Angebote einfach nutzen – ohne viele technische Hindernisse oder emotionale Hintergrundüberlegungen.


Fritz Ramberger ist einer von vielen hochkarätigen Teilnehmern bei der diesjährigen etailment WIEN Konferenz vom 23. bis 25. Februar 2015 im Austria Trend Hotel Savoyen. Das gesamte Programm können Sie unter diesem Link einsehen.

TAGS: , , ,

Antwort hinterlassen