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„Österreichische Online-Shopper sind Mischung aus Laptop und Lederhose“

Gepostet in Logistik & Fulfillment9 Monate alt • Geschrieben von Manuel StengerKeine Kommentare

Samstagszustellung, Lebensmittelversand und Same-Day-Delivery waren die vorherrschenden Themen bei der Pressekonferenz „Innovationsschub letzte Meile“. Anwesend waren Peter Umundum, Vorstand Paket & Logistik der Österreichischen Post, Markus Böhm, Geschäftsführer Pfeiffer & Pfeiffer New Solutions und Harald Gutschi, Sprecher der Geschäftsführung Unito/Otto Group Österreich. Durch die Veranstaltung führte Rainer Will, Geschäftsführer des österreichischen Handelsverbandes. etailment.at war vor Ort und berichtet von der Veranstaltung.

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Die Teilnehmer der Pressekonferenz (v.l.n.r.): Rainer Will, Geschäftsführer des österreichischen Handelsverbandes, Peter Umundum, Vorstand Paket & Logistik der Österreichischen Post, Markus Böhm, Geschäftsführer Pfeiffer & Pfeiffer New Solutions und Harald Gutschi, Sprecher der Geschäftsführung Unito/Otto Group Österreich.

Österreichische Post setzt auf Entwicklung der letzten Meile

„Wir tätigen jedes Jahr ungefähr 100 Millionen Euro an Investitionen, davon 30 bis 40 Prozent für die letzte Meile“, begann Umundum seine Präsentation zu den aktuellen Entwicklungen bei der Österreichischen Post. Für Umundum ist es besonders wichtig, dass darauf geachtet wird, „dass dem Kunden auf der ersten und letzten Meile die höchste Flexibilität garantiert wird“. Bereits jetzt sind 11.000 Empfangsboxen der Post installiert, in den nächsten Jahren sollen es 20.000 werden. Ebenfalls liefert die Post nun flächendeckend in einem dreistündigen Zeitfenster. Ist die Sendung eingetroffen, erhält der Kunde eine Verständigung via App, E-Mail oder SMS. „Dabei besteht die Möglichkeit der Paketumleitung, um die Lieferung zeitlich als auch örtlich umzuleiten. So kann die Zustellung auch an die Adresse des Nachbarn geliefert werden“, wie Umundum betont. Ebenfalls neu ist der sogenannte „Wunschtag“. Der Kunde kann sich hier den Tag der Lieferung aussuchen und auf maximal fünf Arbeitstage verschieben. Der Service ist nur für registrierte Kunden zugänglich.

Post bietet Samstagszustellung an

„Samstagszustellung ist ein weiterer wichtiger Punkt“, erklärt Umundum. „Sowohl die Kundenseite als auch die Österreichische Post begrüßen dieses Angebot.“ Bis Jahresende sollen alle Ballungsräume in Österreich abgedeckt sein. Seit April 2015 hat die Österreichische Post auch eine Kooperation mit der Pfeiffer Handelsgruppe geschlossen, um den Kunden Lebensmittelzustellung anzubieten. In Linz ist dieser Service sogar inklusive Same-Day-Delivery möglich.

Pfeiffer arbeitet an Click & Collect

„Gekühlte Lebensmittel in der letzten Meile sind eine Herausforderung. Dies ist nur mit den richtigen Partnern möglich“, so Böhm. „Deshalb haben wir die Umsetzung mit der Österreichischen Post als Partner forciert. Wir sind nach wie vor der einzige Anbieter in Österreich, der diesen Service flächendeckend anbietet.“

„Wie lösen wir jetzt die Problemstellung der letzten Meile, nachdem sie bestellt haben?“, fragte Böhm. Die erste Möglichkeit besteht darin, die Lebensmittel mit der Post innerhalb von 24 Stunden an die Haustüre zu liefern. Die zweite Variante ist, die bestellte Ware über gekühlte Abholstationen abzuholen. Böhm weiter: „Wir arbeiten gerade an einer dritten Variante: Click & Collect. Sie bestellen im Netz und holen sich ihre Bestellung in der Filiale ab.“ Die landesweite Möglichkeit, Lebensmittel an den Kunden zu liefern, wurde laut Böhm im April 2015 gestartet. Beim Start in Österreich kam es zu einem sprunghaften Anstieg, die ersten drei Monate entwickelten sich dann konstant.

Lieferung bringt Selbstbestimmung bei älterer Zielgruppe

Wie sieht die Altersverteilung der Online-Shopper bei der Pfeiffer Handelsgruppe aus? Die Kunden über 25 Jahren sind zwar führend, jedoch macht auch die Gruppe der Kunden über 65 Jahren einen hohen Anteil aus. „Selbst Seniorenverbände haben bei uns angefragt, da durch die Lieferung wieder ein Stück Selbstbestimmung zurückgekehrt ist“, so Böhm. Unter den Top-9 Produkten im Onlineshop sind eine Vielzahl an kühlbaren Produkten wie Milch oder Joghurt vertreten. „Dies zeugt davon, dass wir wirklich alle Bereich bei den Online-Bestellungen abdecken“, so Böhm. Und der Geschäftsführer von Pfeiffer weiter: „Wir haben eine Wiederbestellrate von 70 Prozent. Das beweist uns, dass die Qualität der Produkte und der Service überzeugen.“

Österreichische User modern und traditionell zugleich

„Das ist erst der Beginn des Beginns des digitalen Zeitalters“, sagte Gutschi von der Unito Gruppe bei seiner anschließenden Präsentation. „Für uns ist Mobile Shopping der Zauberstab für die Zukunft und wächst bei uns explosionsartig.“ Gutschi prognostiziert: „Der Handel in Österreich wird in fünf Jahren ganz anders aussehen.“ Aktuell kaufen die Österreicher 16 Prozent im Non-Food-Handel ein. Im Textilbereich ist es bereits jeder fünfte Euro, im Elektrobereich sogar jeder dritte.

Gutschi beschreibt die Österreicher als Online-Konsumenten wie folgt: „Die Österreicher sind als Online-Shopper eine Mischung aus Laptop und Lederhose. Einerseits sehr modern, andererseits sehr traditionell, auch was die Produktwahl betrifft.“

Kunden wurden von der Unito Gruppe zur letzten Meile befragt. 79,3 Prozent waren mit dem Service zufrieden. „Es ist gut, dass die Post beginnt, hier eine Lücke zu schließen. Dabei hilft auch die Zustellung am Samstag“, so Gutschi. Dies ist laut Gutschi auch für die Händler wichtig – dauert die Bestellung länger als zwei Tage, steigt etwa die Retourenquote, gleichzeitig kaufen Kunden woanders.

Kunden verlangen nach Differenzierung

„Kunden wollen immer mehr Differenzierung haben und ihren eigenen Weg zum Produkt finden“, so Gutschi. Die Konsumenten verlangen nach immer mehr Zusatzdiensten auf der letzten Meile. Gutschi dazu: „34 Prozent unserer Kunden wollen eine Sendungsverfolgung – Menschen wollen messen und tracken. 24 Prozent wolle eine Fachmontage und zwölf Prozent sagen, sie hätten gerne eine Abend- oder Nachtzustellung. 3,4 Prozent können sich sogar eine Zustellung der Ware in den Kofferraum vorstellen.“

Mit der Österreichischen Post kooperiert die Unito Group, da diese bei den Kunden von Unito eine große Zufriedenheit hervorruft. Die Zusammenarbeit mit der Pfeiffer Handelsgruppe erklärt Gutschi wie folgt: „Für uns ist die Pfeiffer Gruppe auch ein Vorreiter im Food-Bereich, wenn es um den Online-Bereich geht. So legen wir bei der Unito Group bei Bestellungen Flyer von Pfeiffer bei, damit Kunden überhaupt wissen, dass man Lebensmittel mittlerweile auch online bestellen kann. Vice versa werden unsere Aktivitäten in Prospekten bei Pfeiffer beworben.“

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