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EHI-Studie: Apple, Google & Co. als Treiber mobilen Bezahlens

Gepostet in Payment5 Monate alt • Geschrieben von Christina PenzKeine Kommentare

Das Forschungs- und Beratungsinstitut EHI präsentiert die Studie „Kartengestützte Zahlungssysteme im Einzelhandel 2016“ und die Folgen der Gebührenregulierungen für einzelne Zahlungssysteme im Einzelhandel.

(Foto: EHI Retail Institute)

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Gebührenregulierungen führten zu einem dynamischeren Zahlungsverkehr an den Einzelhandelskassen. Während das Bargeld nach wie vor das beliebteste Zahlungsmittel der Kunden ist, stehen steigende Kreditkarten- und ELV-Systemanteile sinkenden Anteilen des girocard-/electronic-cash-Systems gegenüber. „Aufgrund der günstigeren Konditionen kann der Handel seinen Kunden nun ein breiteres Angebot an Zahlungsarten bieten“, kommentiert EHI-Zahlungsexperte Horst Rüter die Ergebnisse der diesjährigen Studie, die auf dem EHI Kartenkongress am 26. April 2016 in Bonn vorgestellt wurden.

Mobiles Bezahlen Die Voraussetzungen für marktreife mobile Bezahllösungen hat der Handel mittlerweile weitgehend geschaffen. So ist kontaktloses Bezahlen (auf Basis der NFC-Technologie und insbesondere via PayPass und PayWave, seltener über girogo) bereits bei knapp 50 Prozent der großen Unternehmen möglich. Dieser Anteil wird bis zum Jahresende 2016 noch um weitere zehn Prozent steigen. Die Infrastruktur für das kontaktlose Bezahlen wird allgemein als Grundlage für spätere Mobilbezahllösungen angesehen. Der Handel sieht dabei Unternehmen wie Apple und Google als Treiber des mobilen Bezahlens.

(Foto: EHI Retail Institute)

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Kreditkarten Gebührenreduzierungen führten zu verbesserten Akzeptanzbedingungen für den Handel, die wiederum zur Folge hatten, dass Lebensmittel-Harddiscounter und Unternehmen anderer Branchen flächendeckend Kreditkarten akzeptieren. Das führte branchenweit zu einem signifikanten Anstieg der Kreditkartenumsätze auf 22,9 Milliarden Euro, was einem Gesamtumsatzanteil von 5,7 Prozent entspricht, der im laufenden Jahr noch weiter ansteigen kann.

Allerdings nehmen die Beschwerden über vollkommen neue zusätzliche Systemgebühren deutlich zu, die sich vielfach an MasterCard richten. Vermutungen, die im Sinne der Verbraucher getroffenen Erleichterungen für den Handel werden dabei umgangen, werden laut. Für weitere Unzufriedenheit sorgen die unterschiedlichen Gebührenbelastungen für private Karten und die hohe Zahl von Business Cards wie American Express, die nicht von der Regulierung erfasst wurden.

Girocards Nicht von der Regulierung profitieren konnte das mit 23,2 Prozent noch immer deutlich marktführende girocard-/electronic-cash-System. Erstmals seit seiner Einführung 1990/91 hat das EHI einen Anteilsverlust von 0,5 Prozentpunkten festgestellt, was auf die Einführung und den Ausbau der Kreditkartenakzeptanz zurückzuführen sein könnte.

ELV Ein Comeback zeichnet sich hingegen für das  ec-Lastschriftverfahren ab, das einen Umsatzanteil von 14,2 Prozent verzeichnen kann. 77,7 Prozent aller großen Handelsunternehmen setzen auf dieses Verfahren, vor allem als mehr oder weniger starke Ergänzung des electronic-cash/girocard-Systems.

Bargeldobergrenze Die überwiegenden Befürworter einer Auslistung von ein und zwei Cent-Münzen sehen vor allem geringere Kosten der Geldversorgung, ein vereinfachtes Handling an der Kasse mit einem geringfügig schnelleren Bezahlvorgang und einen reduzierten Verwaltungsaufwand im Hintergrund. Die Abschaffungsgegner befürchten hingegen  wenig Verständnis beim Kunden, eine unter Umständen notwendige Preisumgestaltung und die Kosten für eine Neuprogrammierung der Kassen. Während die Kleinbetragsbranchen, darunter auch der Großteil des Lebensmittelhandels, auch eine Bargeld-Obergrenze als unkritisch ansehen, befürchten vor allem Möbel- und Textilhändler sowie Baumarktbetreiber erhebliche Nachteile bei einer Bargeldbergrenze.

(Foto: EHI Retail Institute)

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