FMVÖ: 9,7 Prozent der Österreicher kaufen ein Finanzprodukt online
Der Finanz-Marketing Verband Österreich (FMVÖ) veröffentlichte aktuelle Studienergebnisse zur Internetnutzung bei Bank- und Versicherungsthemen. Diese zeigen, dass sich der Trend zur Online-Informationseinholung, aber Offline-Abschlusstätigkeit im Gegensatz zu anderen Branchen weiter fortsetzt. Bei Finanz- und Versicherungsthemen setzen auch jüngere Konsumenten zwischen 18 und 30 Jahren verstärkt auf persönliche Beratung beim Produktkauf. Nach wie vor gibt es Sicherheitsbedenken beim Online-Banking, speziell bei Produktkäufen mit dem mobilen Endgerät.
50 Prozent der Österreicher verwenden bei der Recherche nach einem Finanzprodukt eine Suchmaschine. (Foto: FMVÖ/Telemark Marketing/DenkConsult)
Von Dezember 2015 bis Jänner 2016 wurde im Auftrag des FMVÖ von Telemark Marketing eine telefonische und Online-Befragung unter 802 repräsentativ ausgewählten Personen durchgeführt. Bei den Ergebnissen zeigt sich, dass sich bei Bank- und Versicherungsprodukten der konträre Trend bei Online-Käufen zu anderen Branchen auch weiterhin fortsetzt. Informieren sich die meisten Handelskunden in der Filiale, bevor sie das Produkt im Internet billiger erwerben, zeigt sich in der Finanzbranche das umgekehrte Bild. Nur 9,7 Prozent der Österreicher würden derzeit online etwas abschließen, bereits 57,1 Prozent informieren sich aber via Internet über diverse Bank- und Versicherungsprodukte. Dabei weisen die unter 30-jährigen Kunden mit 11 Prozent Online-Abschlüssen eine doppelt so hohe Bereitschaft auf als die restlichen Altersgruppen. Bei der jüngsten Altersgruppe tritt der RoPo-Effekt (Research online, Purchase offline) am stärksten auf, jedoch informieren sich auch bereits mehr als die Hälfte der 31- bis 60jährigen Kunden online.
9,7 Prozent der Österreicher kaufen ein Finanzprodukt über das Internet. (Foto: FMVÖ/Telemark Marketing/DenkConsult)
Beratung, Sicherheit & Social Media
Trotz Informationseinholung im Internet ist bei Bank- und Versicherungsprodukten der Wunsch nach persönlicher Beratung nach wie vor hoch. Die Verbundenheit zum Betreuer ist mit einem Anteil von 81,9 Prozent der Befragten dabei besonders ausgeprägt. Allerdings bevorzugen knapp 30 Prozent der Kunden den persönlichen Kontakt aufgrund von Sicherheitsbedenken bei der Übertragung von Daten. Die Scheu vor Online-Abschlüssen betrifft vor allem Kredite, Lebensversicherungen und Haus- und Wohnfinanzierungen, während es bei KFZ-Versicherungen, Spar- und Girokonten sowie Kreditkarten weniger Bedenken gibt und mehr als 20 Prozent der Kunden hierbei auf persönliche Beratung verzichten.
Obwohl fast 70 Prozent der Konsumenten eine Form des Internet-Bankings nützen, verwenden dafür nur 17,1 Prozent das mobile Endgerät. Dies liegt zum einen an der besseren Übersicht, die ein größerer Bildschirm bietet, aber vor allem am mangelnden Vertrauen in die Sicherheit des Mobile-Bankings, das von mehr als 50 Prozent der Befragten als unsicher empfunden wird. Seit 2014 hat sich außerdem die Sofortüberweisung bei 53,7 Prozent der Befragten als Zahlungsmittel noch stärker durchgesetzt. Neue Bezahlmethoden, wie der Internet-Zahldienst „Klarna“, verfügen hingegen noch über einen geringen Bekanntheitsgrad (unter 15 Prozent). Noch geringe Bedeutung bei der Informationseinholung zu Finanzthemen weisen soziale Netzwerke oder Online-Communities auf, nur neun Prozent der Befragten vertrauen dafür auf Social Media Kanäle, Blogs und Foren.




