Studie sieht “großes Ausbaupotenzial” im Checkout-Prozess
Ein langwieriger Bestellvorgang im Onlineshop führt in vielen Fällen zum Kaufabbruch. Das Münchner Technologieunternehmen trbo hat 1.000 deutsche Internetnutzer zu ihrem Online-Kaufverhalten befragt und herausgefunden, dass vier von zehn Usern schon einmal einen Online-Kauf abgebrochen haben, weil ihnen das Anlegen eines Kundenkontos zu aufwendig war. Demnach fehle es den Nutzern letztlich doch an der nötigen Kaufmotivation, da sie das Produkt nicht dringend benötigten. Weibliche Befragte brechen aus Motivationsgründen häufiger ab (30 Prozent) als Männer (19 Prozent). 13 Prozent aller Befragten brachen wiederum den Kauf ab, um zuerst online einen Rabattcode zu suchen.
trbo-Kirchleitner: “Individuelle Ansprache in Echtzeit macht User zu Kunden”
Die weiteren Gründe für den vorzeitigen Ausstieg aus dem Online-Shop sind die “üblichen Verdächtigen”: zu hohe Versandkosten (57 Prozent), die fehlende Zahlmethode (53 Prozent), ein zu hoher Preis (33 Prozent) oder eine zu hohe Versanddauer (24 Prozent). Technische Probleme im Shop führten bei jedem fünften Befragten (21 Prozent) schon einmal zu einem Kaufabbruch, so das Ergebnis der Befragung. Daniel Kirchleitner, Geschäftsführer bei trbo, sieht bei der Optimierung von Online-Shops noch sehr großes Ausbaupotenzial: “Bereits ein Verschlanken des Registrierungsprozesses kann die Zahl der Warenkorbabbrecher deutlich verringern. Viele weitere Abbruchgründe wie hohe Versandkosten oder fehlende Kaufmotivation können heutzutage mit intelligenten Technologien einfach und rechtzeitig erkannt werden, bevor es zum Verlust des Kunden kommt. Eine individuelle Ansprache in Echtzeit kann dann einen Nicht-Käufer doch noch zum Käufer verwandeln.”

Darin ist sich der Onlinehandel einig: Es gibt zu viele Warenkorb-Abbrecher. Diesem Problem könne mittlerweile effektiv entgegnet werden, etwa mit der Verschlankung des Registrierungsprozesses, meint trbo-Geschäftsführer Daniel Kirchleitner.
Klarna Checkout: Mail und PLZ reichen zur Bezahlung
Immer mehr Dienstleister sagen dem schlecht gestalteten Checkout den Kampf an und wollen damit im Onlinehandel punkten. Mit einer Lösung zur Verschlankung des Checkouts hat etwa unlängst der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna aufhorchen lassen. User sollen beim Checkout nur ihre E-Mail und ihre Postleitzahl eingeben müssen, um die Bestellung zu bezahlen. Die vollständige Dateneingabe inklusive Kundenanschrift erfolgt einmalig beim ersten Checkout, danach erkennt die Lösung den Kunden anhand seiner Mailadresse und dessen Postleitzahl. Ziel von Klarna ist es, die Online-Bezahlung zu beschleunigen, woraus sich letztlich auch der nette Nebeneffekt einer geringeren Abbruchsquote bei Bestellungen ergebe. In Schweden ist die Lösung bereits seit 2012 im Einsatz, nun will Klarna auch Shops ausserhalb seines Heimatmarktes bedienen.



