Studie: DACH-Region bestellt immer öfter über mobile Kanäle
IAB Österreich, IAB Switzerland und der BVDW präsentieren eine Mediennutzungsstudie für den DACH-Raum.
Der Anteil derer, die im vergangenen Monat sechs Einkäufe und mehr über ihr Smartphone/Tablet getätigt haben, hat im Vergleich zu 2014 stark zugenommen – in Österreich von vier auf dreizehn Prozent. (Foto Copyright: Werbeplanung.at)
Das Internet ist weiterhin das am meisten genutzte Medium im DACH-Raum. Der Zugriff darauf verlagert sich von stationären zu mobilen Endgeräten: Im Vergleich zum vergangenen Jahr gehen deutlich mehr Nutzer mit dem Smartphone online (D: +15 Prozent, A: +30 Prozent, CH: +19 Prozent), zudem steigt die Parallelnutzung. Das sind die zentralen Ergebnisse der in diesem Jahr zum zweiten Mal aufgelegten Gemeinschaftsstudie des IAB Österreich, des IAB Switzerland und des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) zur Digitalnutzung im deutschsprachigen Internetraum.
Bei der wochentäglichen Medien- und Devicenutzung liegt in allen drei Ländern das Internet (Nutzung per Laptop/PC) unverändert klar an erster Stelle (D: 90 Prozent der Befragten, A: 89 Prozent, CH: 87 Prozent). In Österreich und der Schweiz hat das Smartphone inzwischen TV überholt und liegt dort auf Platz zwei (jeweils 70 Prozent; TV: 60 Prozent (A) beziehungsweise 64 Prozent (CH)). Bei den Deutschen rangiert TV nach wie vor an zweiter Stelle (70 Prozent), Platz drei teilen sich Smartphone und Radio (jeweils 63 Prozent).
Der Trend zum mobilen Internet spiegelt sich auch in der wochentäglichen Nutzungsdauer wider: Während die Internetnutzungsdauer per Laptop/Desktop im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist, stieg die Smartphone-Nutzung teils deutlich an. In Österreich ist die Internetnutzung über das Smartphone von 95 Minuten im vergangenen Jahr auf 100 Minuten gestiegen.

Informationssuche wird mobil
Die Informationssuche im Internet nimmt laut der Studie auch auf den stationären Handel Einfluss: Vier von zehn Onlinern in der DACH-Region (D: 38 Prozent, A: 39 Prozent, CH: 39 Prozent) informieren sich online über Kleidung, Schuhe und Accessoires, bevor sie diese Produkte im Geschäft kaufen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Kategorien Elektrogeräte (D: 32 Prozent, A: 38 Prozent, CH: 33 Prozent) und Computer (D: 27 Prozent, A: 30 Prozent, CH: 30 Prozent). Über sämtliche Produktkategorien hinweg zeigt sich dabei auch, dass sich die Informationssuche zunehmend auf mobile Endgeräte verlagert.
Gleichzeitig bestellen die DACH-Onliner mehr über den mobilen Kanal. In Österreich ist die Steigerungsrate bei den mobilen Shoppern im vergangenen Monat von 21 Prozent 2014 auf 30 Prozent 2015 am höchsten. Vor allem die Anzahl an mobilen Einkäufen steigt: Der Anteil derer, die im vergangenen Monat sechs Einkäufe und mehr über ihr Smartphone/Tablet getätigt haben, hat im Vergleich zu 2014 stark zugenommen – in Österreich von vier auf dreizehn Prozent.

Wie die Studie außerdem zeigt, wissen immer mehr Internetnutzer um das Smartphone als Alternative zu Bargeld und Kreditkarte. Im Vergleich zu 2014 hat die Bekanntheit von mobilen Bezahllösungen per App (D: +20 Prozent, A: +7 Prozent, CH: +19 Prozent) und auf Near Field Communication (NFC) basierenden Payment-Lösungen (D: unverändert, A: +35 Prozent, CH: +22 Prozent) merklich zugenommen. Insgesamt gibt aber mehr als die Hälfte der Befragten (D: 55 Prozent, A: 62 Prozent, CH: 61 Prozent) an, generell kein Mobile-Payment-Verfahren zu kennen.
E-Mailen weiterhin beliebteste Internetaktivität – zunehmend auch mobil
Wearables sind ein Thema, mit dem sich die Onliner in Deutschland, Österreich und der Schweiz bereits intensiv auseinandersetzen. Die bekannteste Form der Wearables sind Smart Watches (D: 65 Prozent, A: 63 Prozent, CH: 62 Prozent), Fitnesstracker sind jedem zweiten Befragten ein Begriff (D: 52 Prozent, A: 51 Prozent, CH: 50 Prozent), dicht gefolgt von Datenbrillen (D: 47 Prozent, A: 53 Prozent, CH: 44 Prozent). Das größte Nutzungspotenzial schreiben die Internetnutzer Fitnesstrackern zu. Dennoch stehen die DACH-Onliner Wearables länderübergreifend eher ablehnend gegenüber. Gründe dafür sind mangelndes Interesse, keine Nutzungsnotwendigkeit sowie fehlender persönlicher Mehrwert. Darüber hinaus gelten Wearables als zu teuer.

Wie im vergangenen Jahr ist auch 2015 das Lesen beziehungsweise Verfassen von E-Mails die beliebteste Internetaktivität der DACH-Onliner (D: 89 Prozent, A: 91 Prozent, CH: 89 Prozent). Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Recherche in Suchmaschinen sowie Online-Banking. Und auch bei den beliebtesten Internetaktivitäten zeigt sich die Verlagerung in Richtung Mobile: So beträgt der Zuwachs an Mobile-Nutzern bei E-Mail in Deutschland 24 Prozent, in Österreich sogar 50 Prozent und in der Schweiz 16 Prozent. Suchmaschinen werden derzeit in Deutschland von 38 Prozent mehr Befragten als noch vor einem Jahr mobil genutzt, in Österreich von 35 Prozent mehr und in der Schweiz von 16 Prozent mehr. Beliebteste Social-Media-Aktivität ist die Kommunikation per Mitteilungen und Nachrichten, dicht gefolgt von der Nutzung privater Social Networks.
Bei den täglich besuchten Webseiten stehen in allen drei Ländern Wettervorhersagen ganz oben in der Gunst der Nutzer (D: 27 Prozent, A: 29 Prozent, CH: 26 Prozent). Auf den weiteren Plätzen unterscheiden sich dann die Interessen: In Deutschland und Österreich folgen Shopping-Sites (jeweils 17 Prozent) und Banken- und Finanzen-Webseiten, in der Schweiz Videoportale und Nachschlagewerke.
Für die von der Forschungsagentur für Medien d.core, München, im Auftrag des BVDW, IAB Österreich und IAB Schweiz durchgeführte Studie zur Internetnutzung in der DACH-Region wurden im Rahmen eines Online-Panels 3.032 Internetnutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Zeitraum vom 15. Mai 2015 bis 29. Mai 2015 befragt. Zur Nutzung der Gesamtergebnisse der DACH-Studie stellen BVDW, IAB Österreich und IAB Schweiz ein Online-Dashboard zur Verfügung. Neben grundlegenden Potenzialanalysen für die gesamte deutschsprachige Internetregion sind vielfältige Zielgruppen- wie auch Länderauswertungen und -vergleiche für 2014 und 2015 möglich.
Eine Zusammenfassung der Studie finden Sie hier als PDF.



