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Talk Gate: Die Zukunft der Wirtschaft ist digital

Gepostet in News9 Monate alt • Geschrieben von RedaktionKeine Kommentare

Im Tech Gate Vienna fand am 22. Oktober 2015 das Talk Gate zum Thema „Die Zukunft der Wirtschaft ist digital. – Ist Österreich schon bereit dafür?“ mit Gästen aus Wirtschaft und Politik statt, bei dem rund 300 Gäste anwesend waren.

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Auf dem Foto v.l.n.r.: Michael Rohregger (Vizepräsident Rechtsanwaltskammer Wien), Josef Broukal (Moderator), Klaus Mainzer (Lehrstuhl für Philosophie und Wissenschaftstheorie an der TU München), Christiane Noll (Mitglied der Geschäftsleitung Microsoft Österreich, Leiterin Public Sector), Sonja Steßl (Staatssekretärin im Bundeskanzleramt), Carola Lindenbauer (Geschäftsführerin Tech Gate Vienna), Gerald Gruber (Country Manager Austria MasterCard Europe), Jan Trionow (CEO Hutchison Drei Austria), René Heinzl (Geschäftsführer books&docs 421). (Foto Credit: C. Mikes)

Geht es nach vielen Experten, sei die Digitalisierung der Wirtschaft schon längst abgeschlossen und die vierte industrielle Revolution (Industrie 4.0) klopft an die Tür. Ob wir wirklich schon so weit sind, diskutierten die Podiumsgäste nach einer Key Note von Staatssekretärin Sonja Steßl im Tech Gate Vienna.

Die digitale Wirtschaft ermöglicht vor allem im Bereich E-Commerce neue Geschäftschancen: Kundenspezifische Wünsche wie Design und Konfiguration, Online-Bestellung und -Bezahlung, Planung und Produktion sowie Logistik können dabei schon ab Kleinstmengen rentabel und ressourceneffizient berücksichtigt werden. Doch das stellt die österreichischen Betriebe und die Bürger vor viele Herausforderungen.

Digitalisierung ist nicht mehr umzukehren, aber Herausforderungen sind groß

„Durch die Digitalisierung entstehen, nicht zuletzt bei Startups und im E-Commerce, Kooperationen zwischen kleinen und großen Unternehmen. Denn kleinere und neue Unternehmen kommen ohne das Kapital oder die Aufträge der großen Unternehmen nicht weiter und die großen Unternehmen sind oft durch interne Prozesse nicht innovativ genug, weshalb sie die jungen kreativen Digitalisten brauchen. Die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft sind aber auch kritisch zu betrachten. Mit der Digitalisierung verändert sich das Sozialverhalten und die Sprache – man denke dabei an die Kommentare in den Social Networks. Und durch den Zwang zu immer kürzeren Reaktionszeiten besteht die Gefahr der Affektgesellschaft. Zeit für gründlich überlegte Entscheidungen findet sich kaum noch.“, so Tech Gate Vienna Geschäftsführerin Carola Lindenbauer bei der Begrüßung der Talk Gate Gäste.

Vor dem Thema Kapital und Geldfluss macht die Digitalisierung allerdings auch keinen Halt mehr. „Die MasterCard beispielsweise geht zusehends in neuen Formen, wie einer digitalen Brieftasche am Smartphone auf, was zu erheblichen Herausforderungen führt.“, meint der General Manager Austria von MasterCard Europe, Gerald Gruber.

Dass sich die Wirtschaft im digitalen Umbruch befindet, bezweifelt niemand mehr. Jedoch müssen noch einige politische Anstrengungen unternommen und rechtliche Anpassungen vorgenommen werden. Da sind sich die Staatssekretärin im Bundeskanzleramt Sonja Steßl und der Vizepräsident der Rechtsanwaltskammer Wien, Michael Rohregger einig. Ob die Digitalisierung ein Höhenflug oder ein Absturz wird, hängt auch davon ab, ob die Infrastruktur „fit“ dafür ist. Als alternativlos bezeichnete Jan Trionow, CEO von Hutchinson Drei Austria, die positive Lösung dieser Herausforderungen. Davon hinge laut Trionow der Wohlstand in Österreich ab.

Bürger beim Einsatz neuer Möglichkeiten unterstützten

Aber es gibt nicht nur kritikfreie Zustimmung. Klaus Mainzer vom Lehrstuhl für Philosophie und Wissenschaftstheorie an der Technischen Universität München führt für die Gestaltung der zukünftigen Technologien die gesamtgesellschaftliche Verantwortung an. Ohne Industrie 4.0 werde man die zunehmende Komplexität der Arbeits- und Lebensbedingungen, laut Mainzer nicht schaffen. René Heinzl, Geschäftsführer von books&docs 421 und Mieter im Tech Gate Vienna meint dazu, dass man die Integration von digitalen Werkzeugen analysieren und priorisieren muss, bevor man einfach das technisch Mögliche umsetzt. Damit die Bevölkerung mit dieser technischen Entwicklung mitkommt, gibt es bereits erste Initiativen wie die „Citizen First“, die Bürger beim Einsatz der neuen Möglichkeiten bestmöglich unterstützten sollen, erklärte Christiane Noll, Mitglied der Geschäftsleitung Microsoft Österreich.

Das Talk Gate endete mit dem gemeinsamen Nenner, dass die Frage nicht mehr lauten kann, ob Österreich schon bereit für die digitalisierte Wirtschaft ist, sondern dass wir bereits mittendrin sind und nur die schnellen, flexiblen und modernen Unternehmen diese Transformation gut überstehen werden. Die Karten der Wirtschaft werden nun neu gemischt, denn wer jetzt nicht digitalisiert, der verschwindet vom Markt, so die Meinung eines Unternehmers aus dem Publikum.

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