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Aktuelle Geschäftszahlen der Unito Group: „Man muss wissen, was der Kunde in Zukunft erwartet“

Gepostet in News, Player4 Monate alt • Geschrieben von Manuel StengerKeine Kommentare

„Smartphones und Tablets sind die Treiber schlechthin“, berichtete Geschäftsführer Harald Gutschi gemeinsam mit Achim Güllmann, ebenfalls Teil der Geschäftsführung der Unito Group, im Zuge einer Pressekonferenz. Nicht nur der Umsatz wächst, ebenfalls konnte eine EBT-Rendite von rund vier Prozent im Geschäftsjahr 2015/2016 realisiert werden. www.etailment.at war vor Ort.

(Foto: Redaktion)

Harald Gutschi (Geschäftsführer Marketing & Vertrieb und Sprecher der Geschäftsführung) und Achim Güllmann (Geschäftsführer Abwicklung & Steuern. (Foto: Redaktion)

Am 21. April 2016 sprachen Harald Gutschi (Geschäftsführer Marketing & Vertrieb und Sprecher der Geschäftsführung) und Achim Güllmann (Geschäftsführer Abwicklung & Steuern) von der Unito Group über das Geschäftsjahr 2015/2016, das am 29. Februar 2016 geendet hat. www.etailment.at war vor Ort und berichtet von den aktuellen Zahlen des Geschäftsjahres 2015/2016.

Im vergangenen Jahr hat der Mutterkonzern, die Otto Group, einen Umsatz von 12,572 Milliarden Euro erwirtschaftet, was ein Plus von 4,3 Prozent bedeutet. „Was bewegt, ist der Onlinehandel“, wie Güllmann ausführte, „das kann man auch an den Zahlen erkennen.“ Der Online-Umsatz der Otto Group konnte im vergangenen um 6,5 Prozent gegenüber dem vorigen Geschäftsjahr zulegen und 6,6 Milliarden Euro online umsetzen.

Mit der Marke Quelle konnte das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr die 100-Millionen-Euro-Umsatzmarke knacken. „In dieser Marke schlummert noch Riesenpotenzial. Wir sind besonders auf diese Zahl stolz, weil wir aus einer Katalogmarke eine Onlinemarke gemacht haben“, sagte Gutschi. „Quelle ist praktisch ein reines E-Commerce-Modell“, so Güllmann weiter.

Unito setzt jeden dritten Euro über Mobile um

Die Unito Group vertreibt zwölf Onlineshops im DACH-Raum, die im vergangenen Jahr insgesamt 77 Millionen Visits verzeichnen konnten. Österreich trägt beim Umsatz einen Anteil von 64,9 Prozent. „Zwei Drittel unserer Umsätze machen wir aber noch immer in Österreich“, erklärte Gutschi. „Die volkswirtschaftliche Bedeutung ist in Österreich viel höher.“ So sei man auch einer der größten Kunden der Österreichischen Post. Unito konnte online 2015/2016 rund 218 Millionen Euro Umsatz in Österreich erwirtschaften, insgesamt einen Online-Umsatz von 290 Millionen Euro Umsatz, was ein Plus von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Der Gesamtumsatz konnte gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent auf 335,9 Millionen Euro gesteigert werden.

„Smartphones und Tablets sind die Treiber schlechthin“, so Gutschi. Mobile Endgeräte bringen mehr als jeden 3. Euro Nachfrage, in Zahlen 186,1 Millionen Euro, dies bedeutet ein Plus von 50 Prozent. Gutschi: „Die Welt ist einen Klick entfernt. Für uns ist Mobile auch ein Kampf um Aufmerksamkeit. Wenn Kunden nach acht Sekunden nicht das für sie relevante Produkt finden, gehen Sie auf eine andere Seite.“ Dieses Geschäftsjahr gibt es bereits mehr als 50 Prozent Visits über mobile Endgeräte. Die Nachfrage über das Smartphone ist dabei gegenüber dem Vorjahr um 60 Prozent gestiegen.

„Wir sind stolz darauf, eine gesunde Rendite ausweisen können“, wie Güllmann erklärte. So wurde nicht nur der Umsatz in den vergangenen sechs Jahren fast verdoppelt, man arbeitet auch profitabel. Im Geschäftsjahr 2015/2016 kommt Unito auf eine EBT-Rendite von rund vier Prozent.

(Foto: Redaktion)

Gutschi und Güllmann während der Pressekonferenz. (Foto: Redaktion)

Print als Wegweiser zum Onlineshop

„Das durchschnittliche Online-Wachstum von 2007 bis 2015 war durchschnittlich 28 Prozent per anno“, so Gutschi. Gleichzeitig habe man bei Print stark verloren, so rund 13 Prozent minus jedes Jahr im gleichen Zeitraum. „Dies tut uns per se aber nicht mehr weh. Wir stehen aber trotzdem zu Print. Print hat bei uns eine andere Rolle bekommen: Print soll die Marke transportieren, inspirieren und den Kunden zum Onlineshop bringen.“ Und Gutschi weiter: „Wir rechnen in ein bis zwei Jahren mit einem Onlineanteil von 95 Prozent“. Laut Güllmann ist es weiter Ziel der Unito Group, „bis zum Geschäftsjahr 2020/2021 550 Millionen Euro Umsatz zu machen.“

Unito Group hat Teilgeschäft der Otto Central Europe übernommen

Die Unito Group hat Otto Central Europe als neue Tochtergesellschaft mit 1. März 2016 übernommen. Unito wagt dabei den Schritt vom DACH-Unternehmen nach Europa. „Wir glauben an die Region Osteuropa. Wir betreuen Osteuropa von Graz aus“, so Gutschi. Von diesem Standort aus soll stark expandiert werden und in den nächsten fünf Jahren in neue Märkte in Osteuropa vorgestoßen werden. Schon im Oktober 2014 hat man die kommissarische Fühurng der Otto Central Europe übernommen. Laut Güllmann konnte man im ersten Schritt ein Umsatzwachstum von 19,2 Prozent bei Otto Central Europe erreichen. „Wir haben die Organisation stark auf E-Commerce ausgerichtet“, so der Geschäftsführer Abwicklung & Steuern der Unito Group.

Prinzipiell sieht Gutschi eine ansteigende Kompetenz der Unito Group in der Otto Group: „Wir gewinnen im Konzern immer mehr Einfluss. So werden auch in Österreich Arbeitsplätze gesichert. Nichtsdestotrotz bleibt Österreich unser Heimatmarkt.“

Kulturelle Veränderung beeinflusst Unternehmen

„Wir versuchen, unser Denken umzustellen. Am Ende des Tages geht es um einen Umbau des Unternehmens in Richtung Schnelligkeit und Blick nach vorn. Man muss wissen, was der Kunde in Zukunft erwartet“, erklärte Güllmann im Anschluss den Kulturwandel 4.0. Gutschi dazu: „Im Konzern sind wir alle per Du, unabhängig von der Position. Dieser Kulturwandel wird uns dabei helfen, in der Wettbewerbssituation zu bestehen. Früher war der Kunde König, heute ist auch der Mitarbeiter König. Man braucht Mitarbeiter, die sich wohlfühlen. Nur so bekommt man die besten Arbeitskräfte.“

Güllmann und Gutschi beobachten derzeit eine kulturelle Veränderung in Unternehmen. Dies zeigt sich zum Beispiel in höherer Risikobereitschaft. Ebenfalls darf man „keine Angst vor dem Scheitern haben, auch sowas muss man lernen“, so Gutschi. „In U.S.-amerikanischen Unternehmen sind Menschen, die schon einmal gescheitert sind, Menschen, die um eine Erfahrung reicher sind.“ Dieser Umstand bedeutet für die Unternehmen aber auch Kontrollverlust über die Mitarbieter. Diesen muss man aber laut Gutschi hinnehmen, um wettbewerbsfähig zu bleiben: „Wer alles unter Kontrolle hat, ist im Wettbewerb im Nachteil.“ Weiters braucht es nicht nur fortschrittliches, sondern auch partnerschaftliches Denken, „gegenüber dem Kunden, aber auch den Mitarbeitern und den Lieferanten. Unser Geschäft ist ein People’s Business“, so Gutschi. Hohe Kundenorientierung und Verständnis der Customer Journey benötigt es ebenfalls: „Alle gedankliche Kraft die wir haben, müssen wir Richtung Kundenverständnis richten“, wie Güllmann ausführte, „Kundenorientierung ist über alles zu stellen.“ Des Weiteren benötigt es Selbstreflexion bei Produkten und eigenen Dienstleistungen. „Man muss sich ständig neu erfinden“, so Gutschi, „Reinvent or Die gilt für alle Unternehmen.“

Zukünftig will die Unito Group auch weiterhin auf neue Transportmöglichkeiten setzen. „Wir investieren bewusst in die letzte Meile. Hier werden Mega-Trends entstehen“, prognostiziert Gutschi. Im E-Commerce will der Kunde entscheiden, wie, wo und wann er sein Paket abholen kann. Neben Drohnen kann sich Gutschi auch Roboter zur Lieferung künftig im Straßenbild vorstellen. „Dies wird alles kommen“, ist sich Gutschi sicher.

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