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„Man muss flexibel genug sein“

Gepostet in News3 Tagen alt • Geschrieben von Manuel StengerKeine Kommentare

Gregor Kleczkowski ist bei der in Österreich gegründeten Hostelkette wombat’s für Design und Web zuständig. Werbeplanung.at „update“ hat mit Kleczkowski über die Rolle von Metabuchungsplattformen wie Booking.com gesprochen und was er von dem offenen Brief von Marco Nussbaum (prizeotel) an Booking.com hält.

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Gregor Kleczkowski, Design und Web wombat’s (Foto: wombat’s)

update: Welchen Anteil machen Online Travel Agencies an der Anzahl der Buchungen von wombat’s aus?

Gregor Kleczkowski: wombat’s bezieht den Großteil der Buchungen über OTAs. Wobei sich das Set an OTAs am Hostelmarkt von dem für klassische Hotels unterscheidet und Booking.com hier (noch) nicht die Vorreiterrolle hat, die es für Hotels einnimmt.

update: Auf der Website von wombat’s ist es in wenigen Schritten möglich, eine Übernachtung in Ihrem Hostel zu buchen. Wieso vertrauen Sie trotzdem auf den Service von Online-Travel-Agencies (OTA) wie Booking.com? Wieso setzen Sie nicht auf einen verstärkten Online-Direktvertrieb?

Kleczkowski: Wir setzen auch bei unserer Website www.wombats-hostels.com auf eine OTA. Die Web Booking Engine auf unserer Seite läuft über Hostelworld.com, ergänzend dazu bieten wir (auch) für Gruppen ein Formular für unverbindliche Buchungsanfragen an. Wir vertrauen hier also nicht trotzdem, sondern vor allem auf eine OTA. Das liegt daran, dass wir mit Hostelworld.com eine OTA haben, die Marktführer am Hostelmarkt ist, aber eine sehr partnerschaftliche Geschäftsbeziehung mit uns pflegt. Diese enge Zusammenarbeit kostet zwar einerseits Geld, spart uns andererseits allerdings Ressourcen, die wir bei einem forcierten Online-Direktvertrieb selbst aufbringen müssten.

update: Werden OTAs je nach Ziel unterschiedlich von wombat’s eingesetzt?

Kleczkowski: Wir lesen natürlich auch die Zeichen der Zeit und legen unsere Strategien situationselastisch genug an, um hier zu reagieren, sollten sich die Umstände ändern. Anderer OTAs, wie Booking.com oder Agoda, bedienen wir uns, um unsere Reichweite zu verbessern und wombat’s City Hostels als Marke weiter zu verbreiten und Neukunden zu akquirieren.

update: Marco Nussbaum, Co-Founder und CEO von prizeotel, hat in einem offenen Brief Booking.com angegriffen, mit dem Vorwurf des Brand Bidding. Wie stehen Sie als mittlere Hostelkette dieser Problematik gegenüber?

Kleczkowski: Ich habe den offenen Brief von Marco Nussbaum gelesen und war beeindruckt von der fachlichen Tiefe der Ausführungen. Natürlich ist das Brand Bidding ein Thema, und ich verstehe die Empörung all jener, die selbst Google-AdWords-Kampagnen schalten. Hier ist Hostelworld auch um nichts besser als Booking.com, allerdings ist das wohl ein Thema, bei dem Ethik und Kapitalismus aufeinanderprallen. Da muss man schon realistisch bleiben. In Anbetracht der zur Verfügung stehenden Ressourcen kann man eigentlich nur den Kürzeren ziehen, wenn man bei Auktionen mit Firmen wie Priceline oder Webresint in Konkurrenz tritt.

update: Mit welchen Strategien können sich mittlere Hostelketten wie wombat’s dagegen wehren?

Kleczkowski: Ich denke, hier muss man flexibel genug sein, um mit dem System umzugehen und nicht dagegen anzukämpfen. Wir verzichten gänzlich auf AdWords-Kampagnen, setzen aber auf eine gute SEO und Social Media. Damit überlassen wir es den Big Playern, sich um Keywords zu matchen und für uns Buchungen zu lukrieren, holen aber gleichzeitig auch unsere Zielgruppe an anderen Punkten ab.

 

Zur Person

Gregor Kleczkowski verantwortet Design und Web bei der Hostelkette wombat’s. Das erste wombat’s City Hostel wurde 1999 in der Nähe des Wiener Westbahnhofs errichtet. Heute befinden sich weitere Standorte in Berlin, London, München und Budapest.

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