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„Wir wollen mit unserem Content Erlebnisse schaffen und vermitteln”

Gepostet in Marketing2 Tagen alt • Geschrieben von Manuel StengerKeine Kommentare

Das 17. Shopping Center Symposium sieht sich als „die Plattform für Planer, Mieter und Betreiber von Centern in Europa“. Das Event, veranstaltet von RegioPlan Consulting, fand dieses Jahr am 26. März 2015 im Palais Ferstel statt und behandelte neben Themen wie E-Commerce auch Strategien zur Markenbindung und Konsumentenverhalten. Gerald Groß, ehemaliger Zeit im Bild-Moderator, führte durch die Veranstaltung. www.etailment.at war vor Ort und berichtet vom Vormittagsprogramm.

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„Wir gehen noch einen Schritt weiter und verstehen uns als Brand Turned Publisher“, so Hafenscher, Head of Commercial Distribution beim Red Bull Media House, „wir brauchen sehr viel Content, produzieren laufend Videos und Bilder“. (Foto: Redaktion)

Hanna Bomba und Nina Eibl von RegioPlan Consulting sprachen gleich zu Beginn der Veranstaltung über die Retail Center Landschaft in Österreich. „Technologie ist ein Entwicklungsbeschleuniger im Handel. Es passiert alles früher, schneller und komplexer“, so Bomba und weiter: „Kontext ist ein wichtiges Kernthema. Im Kontext denken heißt, mit dem Kunden zu denken.“ Eibl führte weiter aus: „Dies bedeutet auch, den Kundennutzen weiterzudenken.“ Loyalität ist für Bomba ebenfalls ein wichtiges Kernthema: „Loyalität bedeutet Vertrauen, Vertrauen braucht aber auch Zeit und muss sich entwickeln. Es muss ein konstant positiver Kontakt mit dem Kunden bestehen.“ Und Eibl betont den Faktor Emotion: „Wer bei seinem Kunden positive Emotionen aufbauen will, muss zuallererst negative Emotionen abbauen. Kleinigkeiten haben oft unheimliche Auswirkungen auf den Geschäftserfolg.“

Emotionalisierung auf allen Kanälen

Um das Thema Emotion drehte sich auch der nachfolgende Vortrag von Bernhard Hafenscher, Head of Commercial Distribution beim Red Bull Media House. Das Unternehmen arbeitet vor allem mit drei Faktoren: Erlebnis, Faszination und Inspiration. „Das Red Bull Media House hat die Aufgabe, die Marketingstrategie von Red Bull in ein Geschäftsmodell umzuwandeln“, wie Hafenscher ausführte. Bei Red Bull passiere Emotionalisierung auf allen Kanälen. Red Bull erreicht einen hohen Zulauf in den sozialen Netzwerken – diese lassen sich aber nur schwer monetarisieren. „Jedoch nutzen wir dieses Publikum, um Menschen für unsere Events zu aktivieren“, wie Hafenscher betonte. „Hier schließt sich der Kreis zur Marke”.

Digitale Out-of-Home-Formate werden ebenfalls ein immer größeres Thema. „Wollen wir auf diesen Displays einfach Werbung spielen?“, fragte Hafenscher. „Nein, denn dies macht den Kunden nicht glücklich. Es geht darum, mit dem Content Erlebnisse zu schaffen und diese zu vermitteln. Das ist der Content, den wir produzieren, verbunden mit Live-Events“, so Hafenscher weiter. Dies sei aber keine triviale Leistung, weil Content immer auch mit Rechten verbunden ist.

Electronic vs. Emotional Commerce

Joachim Zentes von der Universität des Saarlandes sprach über „Die Zukunft des Handels: Electronic Commerce vs. Emotional Commerce“. Der Handel befindet sich in einer starken Veränderung, so Zentes: „Immer mehr stationäre Händler drängen ins Internet, aber auch immer mehr Pure Player setzen auf den stationären Handel.“ Das Omnichannel-Handel heute nicht mehr wegzudenken ist und sich die einzelnen Kanäle immer mehr verbinden, zeigte Zentes auch an den zehn größten Playern im Onlinehandel: „Wir haben hier ursprünglich klassische Retailer, aber auch Unternehmen im Food-Sektor, genauso wie Versandhäuser oder Pure Player. Es besteht eine breite Welt an Akteuren.“

Für Zentes gibt es drei große Treiber im E-Commerce. Bei der sozio-demographischen Entwicklung kann auch bei älteren Menschen eine immer größer werdende Affinität zum Onlinehandel festgestellt werden. In der technologischen Entwicklung führen Erfindungen wie etwa der 3D-Drucker zu neuen Anwendungsfeldern, „zum Beispiel wird dies im gesamten Bastel- und Heimwerkerbedarf ein Thema sein“, so Zentes. Die logistische Entwicklung schafft ständig neue Services wie Click & Collect, Drive-In-Stationen etc., die ein breites Netz an Abholflächen zur Verfügung stellen.

Leerstehende Flächen als Herausforderung

Da die Umsatzanteile im Onlinehandel ständig steigen, muss sich der Handel laut Zentes mit der Herausforderung von leerstehenden Flächen auseinandersetzen. „Wir haben immer stärker werdende Standorterosionen. Sie müssen sich darauf einstellen, dass der Handel in einigen Jahren um 25 Prozent zu viel an Fläche haben wird. Will der stationäre Handel nun emotionalisieren, so Zentes, muss dieser vor allem in sein Personal investieren. „Der zentrale Grund, im stationären Handel einzukaufen, ist der zwischenmenschliche Faktor“, wie Zentes betont. Der Kunde sucht das Geschäft auf, um die Ware zu erleben und dabei vom Verkäufer unterstützt zu werden. Zentes dazu: „Der Handel muss dem Verbraucher am Point of Sale gewisse Bequemlichkeiten bieten.“ Händler, die dies schaffen, räumt Zentes die größten Chancen für die Zukunft ein.

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