Consumer Barometer: Online- und Local-Shopping befinden sich im Aufwind
Die aktuelle Consumer Barometer-Studie des IFH Köln und KPMG hat sich mit dem Thema Standortwettbewerb und diesbezüglich mit der Bedeutung alternativer Standortformate und deren Entwicklung auseinandergesetzt. In kleineren Städten wird in den den Bereichen Sport/Hobby/Freizeit und Kosmetik/Drogeriewaren/Gesundheit online öfter gekauft als in Großstädten. Hier kompensiert das Online-Geschäft vor allem die fehlende Nahverbindung zu entsprechenden Anbietern.
Nach aktuellen Prognosen des IFH Köln wird der E-Commerce-Anteil in Deutschland bis zum Jahr 2020 bei über 20 Prozent des Gesamthandelsumsatzes liegen. In der neuen Consumer Barometer-Studie haben sich das IFH Köln und KPMG mit dem Thema Standortwettbewerb und diesbezüglich mit der Bedeutung alternativer Standortformate und deren Entwicklung auseinandergesetzt. Diese Entwicklung wird vor allem durch Marktanteilsverschiebungen zwischen Online- und Offlinekanälen mitbestimmt und zeigt sich auch auf Ebene alternativer Einkaufsstandorte und -formate. „Innenstädte, Shoppingcenter, Fachmarktzentren, Factory Outlets und der Onlinehandel – alle Formate und Standortlagen konkurrieren im Kampf um den Kunden. Konsumenten, die ausschließlich stationär einkaufen, gibt es künftig immer weniger. Die Kombination von online und offline ist zunehmend selbstverständlich“, sagt Mark Sievers, Leiter Consumer Markets bei KPMG.
Wie die Untersuchung zeigt, hat der Onlinehandel in allen Sortimenten seinen Platz eingenommen. Außer bei Lebensmitteln und Getränken wird Online-Shopping in allen Ortsgrößenklassen intensiv betrieben. Am höchsten ist der Anteil in den Warengruppen Multimedia/Elektronik/ Foto, gefolgt von Bekleidung/Mode sowie Sportartikel/ Hobby/Freizeit und Bücher/Zeitschriften/Schreibwaren. Einkaufstrips in Städte der näheren Umgebung nehmen prinzipiell ab, jedoch sind Bewohner kleinerer und mittelgroßer Orte vom Einkauf in angrenzende Städte angewiesen. Dies liegt vor allem daran, dass der Onlinehandel viele dieser Gebiete räumlich noch nicht abdeckt. Jedoch bietet der Onlinehandel für Konsumenten in kleineren und mittelgroßen Städten die Möglichkeit, schwer verfügbare Güter auch online einzukaufen. In Städten dieser Größenordnung kaufen Menschen aus den Bereichen Sport/Hobby/Freizeit und Kosmetik/Drogeriewaren/Gesundheit häufiger online ein als jene aus Großstädten.
Wie die Grafik zeigt, kaufen Menschen aus Kleinstädten in den Bereichen Sport/Hobby/Freizeit und Kosmetik/Drogeriewaren/Gesundheit häufiger online ein als jene aus Großstädten. (Quelle: IFH Köln/KPMG)
Unabhängig von der Ortsgröße nimmt auch die lokale Nahversorgung innerhalb des eigenen Wohnortes an Bedeutung zu. Bei Kleinstädten gibt es hier ein Plus von 21,1 Prozent, bei Städten mittlerer Größe plus 26,8 Prozent und Großstädte kommen auf einen Zuwachs von 29,3 Prozent in diesem Bereich. Jedoch werden in kleineren Städten überwiegend Fast Moving Consumer Goods eingekauft, während Großstädter ihren Bedarf in fast allen Sortimentsbereichen befriedigen. Wie an der unten angeführten Grafik zu sehen ist, nimmt der Einkauf über Onlineshops in Städten jeder Größe zu, die Häufigkeit der Käufe in Shoppingcentern, Fachmarktzentren und Factory Outlets jedoch ab.
Die Anzahl jener Menschen, die im eigenen Wohnort und in Online-Shops kaufen, ist steigend. (Quelle: IFH Köln/KPMG)
Die Einkaufsgewohnheiten der befragten Studienteilnehmer weisen also je nach Ortsgröße oftmals erhebliche Unterschiede auf. „Die Strukturveränderungen im Einzelhandel sind facettenreich. Eine auf „online versus offline“ beschränkte Diskussion greift deutlich zu kurz. Bei der Planung, Bewertung und Umsetzung von Online- und Offlineformaten sind neben branchen- und zielgruppenspezifischen Besonderheiten auch stadt- beziehungsweise regionalspezifische Aspekte zu berücksichtigen“, sagt Boris Hedde, Geschäftsführer IFH Köln.
Weitere Ergebnisse der aktuellen Studie können Sie unter diesem Link einsehen.
Über das Consumer Barometer
Die quartalsweise Konsumenten-Befragung von IFH Köln und KPMG beschäftigt sich mit aktuellen Trends im Handel und im Konsumentenverhalten. Für die Kurzstudie wurden 1.230 Konsumenten repräsentativ über ein Online-Panel befragt.




