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Global Retail E-Commerce-Index: Österreich reiht sich unter die Top 30

Gepostet in Studien1 Jahr alt • Geschrieben von Manuel StengerKeine Kommentare

A.T. Kearney hat den aktuellen Global Retail E-Commerce-Index veröffentlicht, der die führenden Länder für Online-Handel auf der Basis einer Punkteskala von 0 bis 100 bewertet. Österreich schafft es dem Ranking nach unter die Top 30 und nimmt den 27. Platz ein.

Im aktuellen Global Retail E-Commerce-Index von A.T. Kearney löst die USA China als wachstumsstärkstes Land im E-Commerce ab. Konnte 2013 noch China die Top-Position im Ranking einnehmen, haben die USA 2014 mit anhaltendem Wachstum, einer anziehenden Konjunktur und einem stärkeren Verbrauchervertrauen die Führung übernommen. Insgesamt legte der U.S.-amerikanische E-Commerce-Markt 2014 um 15 Prozent zu. Der Onlinehandel in China kann zwar einen weiteren Wachstumsschub verzeichnen, jedoch verläuft dieser schwächer als in den USA. Makroökonomische Rahmenbedingungen wie vor allem Infrastrukturinvestitionen und Verbraucherausgaben spielen eine weitere Rolle für die schlechtere Platzierung. Die europäischen Länder Großbritannien (3.), Deutschland (5.) und Frankreich (6.) machen jeweils einen Platz gut. Belgien (mit einer Verbesserung um 15 Plätze auf den 9. Rang) und Dänemark (12 Plätze nach oben auf Rang 15) sowie Spanien (neu im Index auf Rang 18) haben beeindruckende Fortschritte gemacht. Österreich schafft es mit dem 27. Platz noch unter die Top 30 und wird damit neu im Index gelistet. Österreich erhält im Index eine Punktezahl von 38,1, verglichen mit der führenden Nation, den USA, die 79,3 Punkte erreichen. Besonders hohe Werte kann Österreich beim Konsumentenverhalten (85,3) und bei der Infrastruktur (74,8) verbuchen. In Lateinamerika platziert sich Mexiko auf dem 17. Platz, Brasilien und Argentinien müssen aufgrund der schwachen Konjunktur Einbußen hinnehmen.

Mirko Warschun, Partner bei A.T. Kearney und Leiter des Beratungsbereichs Konsumgüterindustrie und Handel in EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika), erklärt: „Der Global Retail E-Commerce Index verweist auf Trends, die globale Handelsunternehmen und Markenstrategen nicht ignorieren können. Weltweit agierende Retailer und Markenartikelhersteller haben gewiss den Vorteil, dass sie dank ihrer Marken, Systeme, Größe oder Bekanntheit einfacher über ihre Grenzen hinauswachsen können. Doch sie benötigen eine effiziente Strategie, um von den Chancen zur Umsatz- und Gewinnsteigerung zu profitieren.“

Vier Trends im Onlinehandel

Der Index von A.T. Kearney soll den Einzelhandel bei der Entwicklung globaler Online-Retailstrategien und der Identifizierung von Investitionschancen unterstützen. Die Studie nennt vier Trends, die den Onlinehandel prägen und einen Einfluss auf das diesjährige Index-Resultat hatten:

Notwendigkeit von Omnichannel-Strategien: Der stationäre Handel ist noch immer der bevorzugte Vertriebskanal, jedoch wissen erfolgreiche Händler, wie sie die einzelnen Kanäle geschickt miteinander verbinden. Warschun dazu: „Zweifelsfrei bietet der Onlinehandel enorme Wachstumschancen für Einzelhändler. Führende Unternehmen im stationären Handel wie auch reine Online-Retailer haben allerdings erkannt, dass die Zukunft der Branche nicht nur im Onlinegeschäft liegt, sondern in kreativen Omnichannel-Angeboten, die Online-Shopping und traditionellen Einkauf miteinander verknüpfen.“

Internationalisierung: Onlinehändler wachsen in neuen Märkten, oftmals ohne stationäre Präsenz. Im Internet wird von den Verbrauchern immer öfter gekauft, gesteigerte mobile Einkäufe sind ebenfalls erkennbar. Hinzu kommt, dass Online-Zahlungsmethoden immer sicherer werden. Warschun erklärt: „Der Schlüssel zum Erfolg auf internationaler Bühne ist die lokale Anpassung der Onlinepräsenz und die einheitliche Außendarstellung als globale Marke.“

Steigende Zahl von E-Commerce-IPOs: Privates Kapital sorgt dafür, dass weitere Börsengänge im E-Commerce-Markt zu erwarten sind. Bestes Beispiel hierfür ist der Börsengang von Alibaba im September 2014, der dem Unternehmen die Rekordsumme von 25 Milliarden US-Dollar einbrachte.

Zunehmende Vernetzung der Verbraucher: Was Verbraucher online kaufen, sagt viel über das Verbrauchervertrauen, die Akzeptanz von E-Commerce und die landesspezifische Entwicklung aus. Insgesamt sind Elektronik, Kleidung, Serviceleistungen, Bücher und Tickets die Topkategorien im E-Commerce. Lebensmittel und Haushaltswaren werden am wenigsten nachgefragt. Jedoch sind diese Eigenheiten von Land zu Land unterschiedlich.

Den gesamten Global Retail E-Commerce-Index von A.T. Kearney können Sie unter diesem Link einsehen.

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Screenshot: Global Retail E-Commerce-Index/A.T. Kearney

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