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Niedrige Lieferkosten machen Online-Lebensmittelhandel für Kunden attraktiv

Gepostet in News, Studien3 Tagen alt • Geschrieben von Manuel StengerKeine Kommentare

Der Lebensmittelhandel hinkt beim Online-Geschäft im Vergleich zu anderen Sparten noch immer hinten nach. In Deutschland prognostizieren Experten des IFH Köln 2015 einen Online-Anteil von lediglich 0,8 Prozent bei Lebensmitteln, Wein und Delikatessen.

Dabei gibt es bereits einige engagierte Unternehmen, so auch in Österreich, die in diesem Segment auch online pushen. So arbeitet etwa die Pfeiffer Handelsgruppe ständig an neuen Lösungen auf der sogenannten „letzten Meile“. Kunden können Lebensmittel innerhalb von 24 Stunden an die Haustüre erhalten. Dies ermöglicht eine Kooperation von Pfeiffer mit der Österreichischen Post. Ebenfalls besteht für Kunden die Möglichkeit, bestellte Ware über gekühlte Abholstationen zu erhalten. An einer Click & Collect-Lösung wird ebenfalls gerade gearbeitet. Erst vor Kurzem hat Billa seinen Onlineshop einem Relaunch unterzogen und gleichzeitig auch das Online-Sortiment auf rund 8.000 Artikel erweitert. Somit sind jetzt auch Brot und Milch aus der Region online erhältlich. Dabei wird das Online-Sortiment je nach Angabe der Postleitzahl regional angepasst.

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Bildquelle: https://www.flickr.com/photos/kozumel/2259224024/

Viele Supermarktketten schrecken jedoch noch davor zurück, im Online-Geschäft mit Lebensmitteln starke Investitionen zu tätigen. So etwa sagte Gerhard Fritsch, Spar Österreich, bei den diesjährigen Österreichischen Medientagen (22. und 23. September 2015): „Die Hoffnung, in fünf Jahren über den Online-Lebensmittelhandel Geld zu verdienen, ist sicherlich ein schlechtes Geschäftsmodell. Wenn man Amazon Fresh bei seinen Bemühungen beobachtet, Frische bei mehr als 30 Grad zu garantieren, darf man auch kritisch hinterfragen, wie Lieferungen auf der letzten Meile aussehen.“

Jedoch formieren sich auch vermehrt kleinere Unternehmen, die Lösungen im Lebensmittelhandel anbieten. Ein paar Beispiele: Treats.io liefert kleine Snackboxen, Zuper liefert taggleich Produkte bekannter Supermarktketten und yipbee.at wirbt mit dem Slogan „Wir erledigen deinen Einkauf.“ Auch regionale Plattformen wie etwa jene der BioRegion Mühlviertel boomen.

Niedrige Lieferkosten fördern Onlinelebensmittelhandel

Eine neue Studie des ECC Köln hat nun ermittelt, welche Faktoren es benötigt, um den Onlinelebensmittelhandel für die Konsumenten attraktiver zu gestalten. 48 Prozent der deutschen Befragten sagen, dass sie sich bei einer Senkung der Lieferkosten vorstellen können, Essen auch online zu bestellen. 38,3 Prozent geben laut Studie an, dass eine Garantie des Lieferzeitpunkts für sie ausschlaggebend sei, um Lebensmittel regelmäßig im Netz zu ordern. Dahinter folgt die umweltfreundliche Verpackung und weniger Verpackungsmüll (36,2 Prozent). Die Ergebnisse hierzu kann man in der unten stehenden Grafik noch einmal nachlesen:

ECC_800

Grafik: ECC Köln

„Lebensmittelhändler, die es schaffen, für Online-Shopper tatsächlich einen Mehrwert in Sachen Bequemlichkeit und Zeitersparnis zu liefern, haben gute Chancen, sich als First Mover am Markt zu etablieren und für ihre Leistungen entsprechende Preise – inklusive Aufschläge für die Lieferung – zu realisieren. Schließlich trifft das Thema bei Personen mit einem hohen Haushaltsnettoeinkommen auf ein besonders großes Interesse. Gute Erfolgsaussichten besitzen die stationären Lebensmittelketten, die auf ihrer vorhandenen Beschaffungs- und Sortimentskompetenz aufbauen können“, so Sabrina Mertens, Leiterin des ECC Köln.

76 Prozent sind mit stationärem Lebensmittelhandel zufrieden

Warum kaufen Kunden bis jetzt Lebensmittel eher selten online? 76 Prozent sagen laut der Untersuchung, dass sie mit den Lebensmittelgeschäften in ihrer Nähe zufrieden sind, 46 Prozent haben Spaß am stationären Lebensmittelkauf und 41 Prozent äußern Bedenken bezüglich der Qualität und Frische von online bestellten Lebensmitteln. An der mangelnden Kenntnis entsprechender Onlineshops, zu langen Lieferzeiten oder fehlender Sortimentsvielfalt liegt es hingegen nicht, so die Befragung.

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