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Österreichische Webshops unterschätzen rechtliche Anforderungen

Gepostet in Studien11 Monate alt • Geschrieben von RedaktionKeine Kommentare

Seit 2005 untersuchen das WIFI der Wirtschaftskammer Wien und das Unternehmerservice der WKNÖ Websites und Webshops von EPU und KMU auf die Einhaltung von rechtlichen Kriterien wie Impressum, Datenschutz, AGB und Zahlungsmöglichkeiten. Nun liegen die Ergebnisse für das vergangene Jahr 2013 vor. Demnach haben sich die Werte seit 2005 zwar kontinuierlich verbessert, doch herrscht in manchen Bereichen nach wie vor hohes Optimierungspotenzial, wie die Studie zeigt.

Im Jahr 2013 wurden insgesamt 98 Websites und 69 Webshops mit Betreibern aus Wien und Niederösterreich untersucht. Demnach erfüllt lediglich ein Viertel aller untersuchten Websites und –shops aus Wien alle gesetzlichen Anforderungen im Impressum-Bereich, bei niederösterreichischen Anbietern lag dieser Wert gar nur bei 2,8 Prozent. Die Datenschutzbestimmung halten in Wien 26,7 Prozent und in Niederösterreich 14 Prozent der untersuchten Angebote ein.

Foto: flickr.com, Fosforix, CC BY-ND 2.0
Großes Pro der Untersuchung: die rechtlichen Anforderung zur Angabe von Zahlungsbedingungen werden in österreichischen Webshops mehrheitlich erfüllt.

Webshops: Große Kluft zwischen Theorie und Praxis

Explizit für Webshops untersucht wurden darüber hinaus die Kriterien AGB, Lieferinformationen, Produkt- und Leistungsbeschreibung, Preisauszeichnung und Versandkosten sowie Bestellvorgang und Zahlungsmöglichkeiten. Die rechtlichen Anforderungen an die Allgemeinen Vertragsbedingungen werden demnach von 37,5 Prozent (Wien) bzw. von 11,1 Prozent (Niederösterreich) erfüllt. Lieferbedingungen und –fristen werden vollständig bei 87,5 Prozent in Wien angegeben, in Niederösterreich lag dieser Wert bei 46,7 Prozent. Die Kriterien bei der Produkt- und Leistungsbeschreibung erfüllen 91,7 Prozent in Wien bzw. 55,6 Prozent in Niederösterreich, ähnlich gestalten sich die Werte bei der Preisauszeichnung und Versandkosten (87,5 Prozent in Wien und 51,1 Prozent in Niederösterreich). Einen korrekten Bestellvorgang – dieser umfasst etwa die korrekte Darstellung des Warenkorbs – bieten drei von vier Webshops aus Wien, in Niederösterreich ergibt sich ein Wert von 68,9 Prozent.

Lediglich bei der rechtlichen Anforderung zur Angabe von Zahlungsbedingungen und der Implementierung ausreichender Sicherheit der angebotenen Zahlungssysteme wurde in Wien ein Wert von 100 Prozent erreicht, in Niederösterreich erfüllen 82,2 Prozent der untersuchten Angebote die rechtlichen Anforderungen.

Mit dem Website- und Webshop Check möchten WKO und WIFI einen Beitrag zur Unterstützung von EPU und KMU im Bereich „Internet und Recht“ leisten: „Denn, unabhängig von den rein rechtlichen Konsequenzen, mündet die mangelnde oder fehlende Umsetzung der gesetzlichen Informationspflichten in der Regel in eine weit härtere „Strafe“, nämlich Verlust von Kundenvertrauen und sinkende Umsätze“, erklären Alois Frank, Teamleiter Unternehmensberatung bei WIFI der Wirtschaftskammer Wien und Wolfgang Eybl, Leiter Unternehmerservice, Bereich Betriebswirtschaft und Management bei der Wirtschaftskammer Niederösterreich.

Die detaillierten Studienergebnisse stehen auf mysterysurfer.at zur Verfügung.

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