ECC Köln: Nur zwei der Top-Kosmetikmarken setzen auf Online-Direktvertrieb
Eine Studie des ECC Köln in Zusammenarbeit mit Commerce Connector zeigt, dass die Top-Marken der Kosmetikbranche den eigenen Online-Auftritt vordergründig zur Unterstützung der stationären Läden nutzen. Mit Kiko und Estée Lauder setzen nur zwei der zehn Anbieter auf einen Online-Direktvertrieb.
Die Topmarken der Kosmetikbranche stärken mit ihren Websites den stationären Handel. Der Direktvertrieb ist in der Kosmetikbranche dagegen eher wenig verbreitet. Dies zeigt der aktuelle ECC-Markenmonitor, der vom ECC Köln gemeinsam mit Commerce Connector veröffentlicht wurde. Hierfür wurden die Websites der zehn führenden Herstellermarken (Kiko, Estée Lauder, Max Factor, Essence, Lavera, Yves Saint Laurent, Manhattan, Maybelline, L’Oréal Paris und Diadermine) aus der Kosmetikbranche untersucht.
Nur zwei Marken mit Direktvertrieb
Die großen Marken der Kosmetikindustrie fördern ihre stationären Händler durch umfassende Informationen auf den eigenen Websites. Auf Online-Direktvertrieb setzen mit Kiko und Estée Lauder nur zwei Anbieter, alle anderen Marken verfügen über keinen eigenen Online-Shop. (Ein erfolgreiches Beispiel für Direktvertrieb in der Kosmetikbranche ist das Unternehmen Ringana – www.etailment.at führte erst vor kurzem ein Interview mit dem Geschäftsführer Andreas Wilfinger.) L’Oréal Paris, Max Factor, Essence, Diadermine, Maybelline und Lavera verzichten zwar auf einen eigenen Online-Shop, bieten Website-Besuchern aber eine Verlinkung zu Online-Händlern, die gesuchte Produkte verkaufen. Die Website von Essence bietet Kunden eine Standortbestimmung auf einer interaktiven Karte. Dadurch soll dem User die Suche nach dem nächstgelegenen Händler erleichtert werden. Die Marken Lavera, Maybelline und Estée Lauder sowie Kiko und Yves Saint Laurent bieten eine interaktive Karte an, die beiden Marken Manhattan und Max Factor verweisen zwar auf stationäre Händler, verzichten aber auf eine Karte.
Mit erlebnisorientierten Inhalten punkten
Die meisten Marken setzen hinsichtlich ihrer Websites auf eine einfache Bedienung und Produktpräsentationen. So findet man auf sechs der zehn untersuchen Websites aussagekräftige Produktbeschreibungen, welche über bloße Anwendungsgebiete hinausgehen. Die beiden Marken Essence und Lavera geben sogar Informationen zu den verwendeten Inhaltsstoffen an. Ebenfalls findet man auf der Website von Lavera sowie auch bei Diadermine einen Haar- und Hauttypentest beziehungsweise einen Hautpflegeberater, der Konsumenten aufgrund der angegebenen Eigenschaften dementsprechende Produkte empfiehlt.
Eine Vielzahl an Unternehmen setzt auf Zusatzinhalte für ihre Kunden. Unter anderem werden Produktwelten erlebnisorientiert vorgestellt, beispielsweise durch Videos mit Schminktipps oder „Look Finder“ mit Produktempfehlungen für verschiedene Anlässe. Apps wie jene von L’Oréal Paris helfen bei der Weiterleitung zu Online-Partnerhändlern. Die App “Makeup Genius” von L’Oréal Paris zeigt dem Konsumenten, wie einzelne Produkte an der eigenen Person aussehen würden.
Mit der App Makeup Genius von L’Oreal können Konsumenten Produkte vorab virtuell testen. (Quelle: ECC Köln)
„Das Thema Erlebnis spielt online eine immer größere Rolle, besonders bei emotionalen Produkten wie Kosmetikartikeln möchten Konsumenten sich beim Kauf inspirieren lassen. Dies kann durch Themenwelten, Videos und interaktive Anwendungen wunderbar gelingen“, so Eva Stüber, Senior Projektmanagerin am ECC Köln.




