Dynamic Pricing: Neue AK-Studie zeigt Trends und Gefahren
Preise im Netz ändern sich mitunter mehrmals täglich. Dynamische Preisgestaltung ist durch Algorithmen, gestützt auf Kundendaten, möglich, wodurch Kunden immer stärker flexibel und individuell angepasste Preise erhalten. So bekannte sich etwa das U.S.-amerikanische Reiseunternehmen Orbitz dazu, Apple-Nutzern höhere Preise anzubieten, da Statistiken bei dieser Zielgruppe eine höhere Zahlungsbereitschaft belegen.
„Kundendaten sind Goldes wert, wenn es darum geht, einen bestimmten Preis zu erzielen“, sagt Daniela Zimmer, Konsumentenschützerin der Arbeiterkammer. Eine neue Studie der AK zeigt Trends beim Dynamic Pricing und warnt gleichzeitig vor den Gefahren für die User. Die Faktoren für die Preissetzung werden dabei immer vielfältiger und basieren stark auf dem Verhalten der Kunden: Faktoren wie Zeit, Wetter, Ort, Vertriebskanal, Wettbewerbsverhalten oder das Gerät des Kunden können mitunter eine Rolle spielen. Auch Tages- oder Wochenzeit können ausschlaggebend sein. „Wer online shoppt, könnte in Zukunft starke Nerven brauchen“, so Zimmer weiter.
Bildquelle: https://www.flickr.com/photos/frnetz/5077968781 (CC BY 2.0)
Mögliche Preisvariationen müssen deutlich gemacht werden
Dies bringt aber auch Probleme für den Konsumenten, „die Preisgestaltung zu durchschauen und Preise zu vergleichen, wenn zwanzig Minuten nach einem Vergleich schon wieder alles ganz anders aussieht“, warnt die Konsumentenschützerin der Arbeiterkammer.
Die Einbeziehung von personenbezogenen Datenanalysen kann dabei zu Diskriminierung führen. Für Händler gilt, Diskriminierungsverbote und Datenschutz zu beachten. Beim Datenschutz gilt die wirksame Zustimmung des Users, wenn es etwa um die Auswertung von Käufer(verhaltens-)daten geht, um Preise festzulegen. Ebenfalls darf Werbung mit Preisen für den Kunden nicht irreführend sein, mögliche Preisvariationen müssen dem Konsumenten deutlich gemacht werden. Die EU-Dienstleistungsrichtlinie verbietet Preisdiskriminierungen aufgrund des Wohnsitzes in einem anderen Mitgliedstaat oder der Staatsangehörigkeit.
„Um die Transparenz dynamischer Preise zu verbessern, müssten Anbieter verpflichtend informieren, ob Mechanismen der personalisierten Preisbildung verwendet wurden“, verlangt Zimmer. „Nur so sind Konsumenten gewarnt und werden Preisveränderungen genauer beobachtet.“ Die AK verlangt von der EU und vom nationalen Gesetzgeber einen besseren Schutz für Online-Konsumenten.
Drei Tipps der Arbeiterkammer
Die Konsumentenschützerin rät, vor dem Kauf unterschiedliche Portale mit unterschiedlichen Geräten zu unterschiedlichen Tageszeiten abzurufen. Vor allem Preise im Elektronikbereich können sich oft ändern. Hier kann es sich also auszahlen, zu vergleichen und abzuwarten.
Weiters werden Preisvergleichsportale wie geizhals.at oder guenstiger.de empfohlen, um Shops miteinander zu vergleichen.
Ebenso sollten Cookies und Surfverläufe regemäßig entfernt werden. Unternehmen wird es dadurch erschwert, das individuelle Surfverhalten des Kunden zu erkennen und die Preise darauf auszurichten.



