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Verbraucher bei Garantien und Gewährleistungen oftmals über Rechte im Unklaren

Gepostet in Studien3 Monate alt • Geschrieben von Manuel StengerKeine Kommentare

Konsumenten werden sowohl online als auch im stationären Geschäft oftmals unzureichend über die gesetzliche Gewährleistungspflicht informiert. In vielen Fällen werden kostenpflichtige Garantien abgeschlossen, Gewährleistungen jedoch nicht in Anspruch genommen. Zu diesen Ergebnissenn kommt das Netzwerk der Europäischen Verbraucherzentren (ECC-Net).

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Screenshot: www.europakonsument.at/Quelle: ECC-Net

Eine Vielzahl europäischer Bürgern weiß über die eigenen Rechte bei Garantien und Gewährleistungen zu wenig Bescheid, wie das Netzwerk der Europäischen Verbraucherzentren (ECC-Net) in einer Studie ausweist. Die Untersuchung wurde unter der Leitung des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland durchgeführt. Die Europäischen Verbraucherzentren haben im Zuge der Studie überprüft, inwiefern die Verbraucher bezüglich der gesetzlichen Gewährleistungsansprüche und Garantien von den Händlern informiert wurden. Laut Untersuchung gaben drei Viertel der Online-Shops und zwei Drittel der Geschäfte unbefriedigende Informationen über das gesetzliche Gewährleistungsrecht. Nur bei jeder vierten Produktbeschreibung wurde das Gewährleistungsrecht erwähnt.

Im Rahmen der Studie wurden vom ECC-Net 342 Stichproben in 25 europäischen Ländern genommen. Hierfür wurden 104 Internetseiten und 127 Geschäfte aus drei verschiedenen Produktkategorien (Fotoapparate, Fernseher, Waschmaschinen) untersucht.

Konsumenten Gewährleistung oftmals nicht bewusst

Bei den überprüften Produkten bieten sowohl die Mehrheit der Online-Shops als auch der Geschäfte gleichzeitig Garantien an. Während Gewährleistungen innerhalb der EU gesetzlich verpflichtend sind, stellen Garantien von Händlern und Herstellern eine freiwillige Zusatzleistung dar, die einen erweiterten Schutz für den Verbraucher bieten. Wie die Studie zeigt, werden oftmals Garantien von Verkäufern angeboten, ohne dabei auf die gesetzliche Gewährleistung hinzuweisen. „Natürlich gibt es Situationen, in denen eine zusätzliche Garantie sinnvoll ist und einen echten Mehrwert bietet. Das muss aber von Fall zu Fall geprüft werden. Nachdem es sich bei der Garantie um eine freiwillige Leistung des Verkäufers oder des Herstellers handelt, gibt es hier in der Praxis große Unterschiede. Manchmal liegen die Leistungen der Garantie daher auch unter denen der gesetzlichen Gewährleistung“, erklärt Andreas Herrmann vom EVZ Österreich.

Oftmals werden kostenpflichtige Garantien abgeschlossen, die zweijährige gesetzliche Gewährleistung jedoch nicht in Anspruch genommen. Dafür sind in vielen Fällen mangelhafte oder fehlende Informationen verantwortlich. Laut der Untersuchung werden Verbraucher vom Verkäufer häufig an den Hersteller verwiesen, obwohl eine gesetzliche Gewährleistung besteht.

Checkliste und FAQ-Sheet sollen die wichtigsten Fragen beantworten

Eine Checkliste des ECC-Net hilft dem Verbraucher, die Sinnhaftigkeit von Garantien besser abschätzen zu können. In der Checkliste werden die zwölf wichtigsten Fragen aufgelistet, die sich Verbraucher beim Abschluss eines Garantievertrages stellen sollten – so etwa, welche Kosten durch die Garantie abgedeckt werden und ob diese denselben Schutz bietet, wenn der Kunde das Produkt im Ausland kauft. Prinzipiell stellt das Dokument die wichtigsten Informationen zum gesetzlichen Gewährleistungsrecht bereit. Weiters wurde von ECC-Net ein FAQ-Sheet veröffentlicht.

Eine Zusammenfassung der Studie ist auf der Website von Europakonsument verfügbar. Dort sind weitere Inhalte wie etwa die Vor- und Nachteile von Garantien aufgelistet.

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